Verhaltenstherapeutisches Training/Verhaltenstherapie insb. bei ADS/ADHS

Die nachfolgenden Therapiebausteine /-bestandteile sind nur ein Auszug unseres pädagogisch-therapeutischen Handelns. In den Anwendungsgebieten Pädagogik und Psychologie setzen sich immer stärker multimodale Therapieansätze durch, die zumindest Kind- und familienbezogene Interventionen ermöglichen. Im Dialog mit den Eltern geht es hauptsächlich darum:
„Wie kann, unter Beachtung der momentanen Situation, konkret neues Handeln und damit eine rasche Situationsverbesserung erfolgen?“

Welche Bedingungen sind beispielsweise durch soziale Entwicklungsübergänge gegeben:

  • eigene Entwicklungsabläufe, die durch Frühgeburt, Entwicklungsstörungen, Wahrnehmungseinschränkungen beeinträchtigt sind
  • Veränderungen im familiären und außerfamiliären Kontext, wie es bei neuen Familien-Konstellationen durch Geschwister, Trennung der Eltern, Kindergarteneintritt, Einschulung, Krankheit oder Tod eines Elternteils gegeben sind
  • die die körperliche Reife betreffen
  • Übergänge, die eine kognitive Entwicklung, zum Beispiel ein differenziertes Urteils- und Selbsturteilsvermöge erfordern

Besonders das frühe Jugendalter stellt eine Phase vielfältiger Übergänge und damit erhöhter Verunsicherungen dar. In diesen Entwicklungsphasen ereignen sich komplexe Veränderungen, die biologische, kognitive und soziale Aspekte betreffen.

Zeitige und risikomildernde Faktoren und Bedingungen, wie eine gute Beratung oder  Entwicklungsunterstützung tragen dazu bei, dass bestimmte Belastungen nicht zu Störungen  führen. In Phasen  benötigen Kinder oft Unterstützung damit sich wieder eine Widerstandsfähigkeit gegenüber extremen Belastungen, genannt Resilienz, aufbauen können. Psychische Widerstandsfähigkeit bedeutet, dass Kinder und Familien relativ unbeschadet mit den negativen Folgen von Stress, belasteten Lebensumständen, umgehen lernen ohne körperliche oder psychische Symptome zu entwickeln. Besonders widerstandsfähige Menschen/Kinder weisen folgende Merkmale auf:

  • ein günstiges Temperament
  • gute Problemlösungsfähigkeit
  • ein positives Selbstwertgefühl
  • emotional sichere Bindung zu mindestens einer Bezugsperson
  • ein anregendes Erziehungsklima
  • ausreichend soziale Unterstützung in der Familie
  • eindeutige Werteorientierung

Klare Schutzfaktoren sind nicht angeboren, sondern entwickeln sich allmählich im Kontext Kind-Umwelt-Interaktion (vgl. Franz Petermann 1997, Petermann & Petermann 2002).

Frühförderung, Heilpädagogik oder die entsprechenden medizinisch-therapeutischen Interventionen wie  Ergotherapie, Logopädie oder Physiotherapie einschließlich ressourcenorientierter Beratung bieten eine günstige, umgebungsbezogene hinreichend familiäre Unterstützung des Kindes/Jugendlichen.