Sehprobleme und Hörstörungen

Sehprobleme und Hörstörungen stellen die Grundlage von Entwicklungsstörungen dar.

In der Entwicklung eines Kindes spielt das visuelle und auditive System eine dominante Rolle. Die Lenkung des gesamten Körpers, räumliche Orientierung, nahezu alle (auch motorische) Funktionen, sind vom Sehen oder Hören abhängig.

Ein Kind hat normalerweise von Geburt an bis zum siebten Lebensjahr die vier Entwicklungsstufen des Sehens durchlaufen. Das visuelle System ist mit dem siebten Lebensjahr voll entwickelt. Das auditive System entwickelt sich indirekter, etwas langsamer und ist um das zwölfte Lebensjahr ausgereift. Störungen in der Sehentwicklung, wie z. B. Übersichtigkeit, Schielen oder  Winkelfehlsichtigkeit und Entwicklungsverzögerungen oder -beschleunigungen, können zu Verhaltensstörungen, Schul- oder gesundheitlichen Problemen führen. Auch Störungen in der allgemeinen Entwicklung, wie mangelndes oder falsches Krabbeln, münden mit deutlichen Auswirkungen in funktionellen Problemen des visuellen oder auditiven Systems.

Mit einer gründlichen visuellen Analyse wird anhand einer Reihe von Messungen und einer Vielzahl von Tests die Abweichung von der normalen Sehentwicklung bestimmt. Aufgrund entsprechender Auswertungen kann dann festgelegt werden, mit welchen Übungen in welcher Reihenfolge bei einem visuellen Training begonnen wird, damit die Weiterentwicklung altersgerecht verläuft und eventuelle spätere Verhaltensstörungen, gesundheitliche oder schulische Probleme, minimiert oder sogar verhindert werden können.

Sehfehler bei Kindern:
Gutes Sehen ist die Voraussetzung, sich in seiner Umgebung zu Recht zu finden. Unter den Sehstörungen im frühen Kindesalter versteht man: Fehlsichtigkeit, Linsentrübung (Grauer Star), erhöhter Augeninnendruck (Grüner Star), Erkrankungen der Netzhaut oder des Sehnervs, Verletzungen oder Infektionen, Augenzittern und vor allem das Schielen. Beim Schielen besteht die Gefahr, dass ein Auge nicht voll funktionsfähig ist und dadurch mit dem anderen nicht richtig zusammenarbeiten kann – es wird schwachsichtig.

Je eher eine ärztliche Hilfe erfolgt, umso größer ist die Chance, dass beide Augen richtig sehen lernen. Eine Schielbehandlung kann nicht früh genug beginnen und sollte zum Schulanfang möglichst beendet sein.