Unsere fünf Sinne sind die Basis für Lernen und Erfolg

Sehen ist einer der fünf Basis-Sinne
"Sehen" bedeutet "Visualisieren". Hören, Riechen, Schmecken und Fühlen runden das Ganze ab. Visualisation ist die Fähigkeit, das scharf erkannte Bild mit den im Gedächtnis abgespeicherten Erfahrungen zu verbinden. Das Bild und das Gedächtnis ermöglichen uns, zu verstehen, zu lernen und eine Situation, die unsere Augen erfassen, zu beurteilen und in eine geistige und körperliche Reaktion umzusetzen. Das Anschauen (Sehen) und die Sehfähigkeit (Visualisation) tragen damit zu unserer intellektuellen Entwicklung bei.

Warum Sehübungen?
In Deutschland ist es üblich, nur die Fehlsichtigkeit der Augen durch Brillen oder Kontaktlinsen zu korrigieren, was häufig nicht ausreicht, um Sehprobleme in Schule, Beruf und Freizeit zu lösen. Ein Standard-Sehtest zur Brillenglasbestimmung beinhaltet die Messung der zentralen Sehschärfe rechts/links – jedoch nur einzeläugig – zum Lesen brauchen wir aber beide Augen!

Oft werden auch Tests angewandt, die das Zusammenspiel beider Augen überprüfen, damit eventuelle Winkelfehlsichtigkeiten korrigiert werden können. Aber auch die qualifizierteste Brillenglasbestimmung löst nicht immer alle Sehprobleme, denn es fehlen Testreihen zur Überprüfung der Sehfunktionen, der Reizweiterleitung und der Reizverarbeitung. Nicht in allen Fällen, werden wie bei uns, ergänzend die Formerkennung, Formerfassung und Formwiedergabe überprüft.

Die Notwendigkeit, neben der klassisch-passiven Versorgung (Brille) auch eine aktive Methode anzubieten, die das visuelle Wahrnehmungsvermögen verbessert bzw. optimiert, erklärt sich aus der Tatsache, dass man auch mit 100 % Sehleistung ein visuelles Problem haben kann.

Ursache dafür sind unsere veränderten Lebensumstände. Rein zeitgeschichtlich betrachtet waren wir vorgestern noch Jäger und Sammler. Das heißt, wir haben nur bei Tageslicht gesehen, überwiegend unsere Augen auf größere Entfernungen eingestellt, keine präzise Handarbeit verrichtet und hatten eine Lebenserwartung von 35 Jahren.

Die Entwicklung der Sehgewohnheiten verlief bis vor wenigen Generationen sehr kontinuierlich.
Erst in den letzten 100 Jahren hat sich dieser Verlauf durch künstliche Beleuchtung, Maschinenarbeit, Computer und durch das Leben in den Städten drastisch verändert. Wir sind gezwungen worden, überwiegend mit Aufgaben in der Nähe umzugehen.  Wer heute studiert, hat von der Anzahl dreimal so viele Bücher gelesen wie unsere Großeltern. Büroarbeit bedeutet heute stundenlanges Arbeiten in der Nähe. Der Inhaber eines Computerarbeitsplatzes verbringt einen Großteil des Tages mit Blick auf den Bildschirm.

Hobbys wie Lesen, Fernsehen, Computerspiele, Malen, Modellbau, etc. bieten ebenfalls keine visuelle Entspannung. Visueller Stress ist also durch ein gestörtes Sehverhalten vorprogrammiert. Mögliche Auswirkungen sind Kopfschmerzen, müde oder brennende Augen, Konzentrationsmängel und fortschreitende Kurzsichtigkeit.

Aber auch eine fehlerhafte Sehentwicklung in den ersten sieben Lebensjahren trägt zu visuellen Problemen bei, die möglicherweise erst in der Schule oder erst im Erwachsenenleben einen Leidensdruck erzeugen. Mögliche Auswirkungen sind verzögerte Lese-Rechtschreibentwicklung, Unruhe, Konzentrationsmängel, motorische Störungen, häufiges Anstoßen.