Funktionen der linken und rechten Gehirnhälfte

Für viele Funktionen ist die Koordination von Auge und Ohr erforderlich, so beispielsweise für den Leseprozess. Unterschiedliche Dominanzen von Auge und Ohr verursachen zeitliche Unterschiede im Erkennen und Verstehen des gelesenen Textes. Auch der Schreibprozess braucht eine klare Koordination aller beteiligten Systeme.

Mathematik ist Denken in Räumen und deshalb angewiesen auf korrekte Verarbeitung aller Eindrücke, die mit Raum und Zeit in Verbindung sind (links – rechts, oben – unten, vorher – nachher usw.). Auch hier ist eine klare Dominanzentwicklung erforderlich und hilfreich.

Alle  Hörprozesse sind sehr verwandt mit der Zeit. Alles kann nur im Hier und Jetzt erfasst werden. Es erfordert die Fähigkeit zur Wortverarbeitungsstruktur. Schulen, wie beispielsweise die Waldorfschule, die viel über gesprochene Sprache unterrichtlich vermittelt, benachteiligen Kinder die auditiv schwach sind direkt bzw. indirekt.

Alle Schulen, die mit Unterrichtstechniken arbeiten, die zu wenig bildhafte, also dauerhaft sichtbar bzw. nachsehbare Techniken wie das Schreiben, Bücher oder Schriften vernachlässigen, benachteiligen viele Kinder in ihrer schulischen und intellektuellen Weiterentwicklung. Dabei ist auch darauf hinzuweisen, dass Ohrenentzündungen dazu führen können, dass das Trommelfell nach innen gezogen werden kann. Nicht immer sind alle Mittelohrentzündungen sehr schmerzhaft. Chronische Entzündungen bedürfen einer langwierigen medizinischen/homöopathischen Behandlung, die regelmäßig überprüft werden muss. Sonst bleibt die schlechte auditive Informationsverarbeitung erhalten, obwohl der eigentliche entzündliche Prozess abgeheilt sein kann.

Es wurde in den letzten Jahren wissenschaftlich heraus gearbeitet, dass es bei der Sprachproduktion und dem Sprachverständnis offensichtlich Unterschiede zwischen linker und rechter Hemisphärenverarbeitung gibt. Die linke Hemisphäre wird als die sprachdominante Hirnhälfte angesehen. Damit arbeitet das rechte Ohr messbar um ca. 400 ms. schneller. Diese schnellere Verarbeitung sollte zur gezielten analytischen Sprachfähigkeit genutzt werden.

In der Praxis zeigt sich immer wieder: Kinder, die messbar häufiger rechts betroffen waren, sind deutlich stärker auch sprachlich beeinträchtigt.